Die Beruflichen Schulen Landsberg (BSL) werden derzeit auf Grundlage aktueller Standards umfassend saniert und erweitert. Beginn der in drei Bauabschnitte eingeteilten Maßnahme war vor vier Jahren. Abschnitt 1.1 mit Sanierung der Turnhalle, Teilabbruch und Neubau der Verwaltung sowie einem Ergänzungsneubau für eine große Mensa ist seit ein paar Wochen fertig. Er wurde jetzt mit einer Einweihungsfeier offiziell übergeben.
Landrat Thomas Eichinger als Bauherr und Schulleiterin Marion Rüller konnten zu dem von Lehrerband und Lehrerchor sowie Solistin Magdalena Welker musikalisch umrahmten Festakt viele Gäste aus Politik und Schullandschaft begrüßen. Das beauftragte Architekturbüro Kern habe mehr getan als nur Neu- und Umbau nach allgemeinen Standards geplant, lobte Regierungspräsident Dr. Konrad Schober. Hier sei ein Umfeld geschaffen worden, das Gemeinschaft schafft. So könne die Schule in der neuen Lernlandschaft demokratisches Handeln lehren. Im großen Lehrerzimmer seien Gespräche der Pädagogen untereinander möglich. Und weil „Ohne Mampf kein Kampf“ möglich ist, sei auch die Mensa wichtiger Teil der Schule. Ministerialbeauftragter Dietmar Bauer, vor einigen Jahren selbst Schulleiter an den BSL, bezeichnete den Bau als Meilenstein für die Schule, an der schon immer konsequent am Qualitätsmanagement gearbeitet wurde, denn „Junge Menschen und deren gute Ausbildung sind unser Kapital für die Zukunft.“
Die Baumaßnahme an den BSL sei schon länger akut, sagte Landrat Thomas Eichinger. „Die Vorbereitungen haben mehrere Schulleiter verschlissen.“ Letztendlich sei sie ein Werk von vielen bis hin zur Kommunalpolitik, deren vornehmste Aufgabe sei, Schulen auf Vordermann zu bringen. Ulrich Köbberling, Leiter des kreiseigenen Hochbaus, sprach von notwendigen, intensiven Planungen in den Vorjahren. Dass Bauabschnitt eins fristgerecht und innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens fertig wurde, sei auch den 60 am Bau beteiligten Firmen zu verdanken. Zeit zum Ausruhen gebe es jedoch nicht. „Für Abschnitt 1.2 mit dem Bau neuer Werkstätten und dem Modulbau Kinderpflegeschule wurden bereits die notwendigen Rodungen gemacht.“
„Wir sind seit 2018 in der Planung“, berichtete Sebastian Heinzelmann von Kern Architekten. Grundlage seien drei Fragen gewesen: „Was braucht die Schulfamilie – was kann weg – was muss bereitgestellt werden?“ Dafür habe es viele Gespräche gegeben mit der Schulleitung. Im Bestand, der erhalten bleiben sollte, seien Statik, Brandschutz und Gebäudetechnik die großen Sanierungspunkte. Letztendlich sollten auch die Außenanlagen neu konzipiert werden. „Am Ende stand ein Gesamtplan, der von den zuständigen Gremien bis hin zum Kreisausschuss begleitet und genehmigt wurde.“ Über die Ausführungen in Abschnitt 1.1 sagte Heinzelmann „wir wollten die verbauten Materialien zeigen“. Beispiel seien die nicht verputzten Betonwände. Auch gebe es wie gewünscht, keine Teppichböden. Entstanden sei eine Mensa mit großem offenen Bereich, die gut als „die Adresse“ der Schule bezeichnet werden könne.
Schulleiterin Marion Rüller äußerte sich in ihrer Ansprache begeistert über den entstandenen Lern- und Arbeitsort, in dem gemeinsam agiert werden könne. „In einer Atmosphäre des Miteinander können wir unserem Bildungsauftrag gemäß, Demokratie lehren.“ Demokratie brauche schließlich Begegnung und Austausch. Großes Lob gab es für die Ausführenden des Baus. „Es durfte viel mitgewirkt werden“, sagte Rüller dankend, „unsere vielfältigen Wünsche wurden nach Möglichkeit aufgenommen und umgesetzt.“ Dank ging auch an Schüler und Lehrer, viele von ihnen hätten immer wieder mitgeholfen, sei es beim Schleppen von Möbeln oder wenn das Internet mal wieder zum Laufen gebracht werden musste.
Personalratsvorsitzender Ingo Kaufmann blickte kurz zurück, machte die Notwendigkeit der Maßnahmen deutlich. Er sei seit 2001 an den BSL. „Damals unterrichteten hier 35 Lehrkräfte, aktuell sind 185 Pädagogen tätig.“ Die Schule sei stets gefördert worden, Kaufmann hob den früheren Landrat Walter Eichner hervor, der gemeinsam mit dem damaligen Kreistag Weitblick bewiesen habe, als er eine FOS nach Landsberg holte. „Berufliche Bildung erhält in Landsberg große Anerkennung, die Weiterentwicklung der BSL wurde stets vorangetrieben.“ Nach der Segnung des Neubaus durch die beiden Pfarrer Michael Zeitler und Siegfried Martin und einem kurzen Rundgang durch die neuen Räume entwickelte sich in der Mensa schnell reger Austausch.
Text: Romi Löbhard, Landsberger Tagblatt, vom 06.02.2026
Fotos: Tom Garrecht













